Nasenatmung – auch bei Kindern unterstützen

Oft erreicht mich die Frage: “Ich weiß seit deinem Buch “Breathwork“, dass Nasenatmung super wichtig ist – auch für Kinder. Aber wie kann ich Kinder darin unterstützen, mehr durch die Nase zu atmen?” 


Das ist eine sehr gute Frage und glaube mir, dass du schon mit dem Wissen, dass Nasenatmung die grundlegende Atmung darstellen sollte im Ruhemodus ein großes Stück weiter bist in der Gesundheit deiner Familie.

Für Kinder empfehle ich einen spielerischen und kreativen Ansatz, so dass im besten Fall die regelmäßigen Übungen Spaß machen und nicht als Pflicht verstanden werden. Wenn dein Kind dauerhaft mit offenem Mund atmet (das gilt insbesondere auch für den nächtlichen Schlaf, denn schließlich verbringen wir einen Großteil der Zeit im Bett und ein erholsamer Schlaf ist für die Entwicklung des Kindergehirns zentral) oder die Zunge zwischen den Zähnen hervorschaut, kann das auch zu Problemen mit der Mundmotorik führen. Das kann sich langfristig auf die Sprachentwicklung und die Stellung der Zähne auswirken. In diesem Fall ist es immer ratsam auch mit einem HNO zu sprechen,  um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist und nicht z.B. aufgrund einer vergrößerter Rachenmandel  (Polypen) die Nasenatmung erschwert ist. 

Hier findest du einige Tipps und Übungen.  Es braucht Zeit, neue Routinen aufzubauen  – aktuelle Studien zeigen, dass es ungefähr 66 Tage dauert. Sei daher geduldig und versuche dein Kind regelmäßig mit dem Üben der Nasenatmung zu unterstützen. 

Spiel “Erwischt – Mund zu”:

Wählt gemeinsam ein Spiel aus, bei dem nicht gesprochen werden muss, wie zum Beispiel gemeinsam zu puzzeln – erwähne nochmal, dass die Nasenatmung die beste Art ist, für dein Kind zu atmen. 

  1. Vereinbart, euch gegenseitig zu “erwischen”, wenn einer von euch den Mund offen hat beim Spielen. 
  2. Um das Spiel spannender zu gestalten, kannst du ab und zu den Mund offen lassen, damit dein Kind dich auch “erwischen” kann. 

 

Die folgende Übung vom Oxygen Advantage ist eine spielerische Art und Weise, die sanfte Nasenatmung zu üben. 

Katze und Maus:
LINK ZUM VIDEO

Warum ist Nasenatmung so wichtig?

Die Nase ist zum Atmen da. Der Mund zum Essen und Sprechen. Niemals wirst du eine Klimaanlage natürlicher, umweltfreundlicher und günstiger bekommen. Denn genau das ist deine Nase. Und eigentlich kann sie sogar noch viel mehr als eine klassische Klimaanlage

Die Schleimhäute der Nase filtern Krankheitserreger und Staub aus der Luft und leiten sie durch Schleim, den wir umgangssprachlich auch Rotz nennen, wieder aus. Ebenso ist die Innenseite deiner Nase mit winzigen Härchen namens Zilien ausgekleidet. Diese fei- nen Haare haben eine wichtige Funktion: Sie filtern, erwärmen und befeuchten die eingeatmete Luft und schützen dich jeden Tag vor schätzungsweise 20 Milliarden Partikeln fremder Stoffe.

Die Nase wirkt auch wie ein körpereigener Sensor, denn die Nasenhöhle passt die Lufttemperatur an die Körpertemperatur an. Darüber hinaus ist die Form deiner Nase nicht nur rein kosmetisch gesehen von Bedeutung: Verschiedene Nasenformen können Luft unterschiedlich verarbeiten. Menschen, die näher am Äquator leben, haben tendenziell breitere Nasen. In Regionen mit wärmerem Klima ist die Luft oft trockener, und die breitere Nasenform kann dazu beitragen, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, bevor sie in die Lunge gelangt – eine Anpassung des Körpers an die klimatischen Bedingungen in verschiedenen Regionen der Welt. Diese These, bekannt als Thomsons Regel, geht auf den britischen Anthropolo- gen Arthur Thomson zurück, der proklamierte, dass Menschen in trockenen, kalten Gegenden eher lange und dünne Nasen haben, während kurze und breite Nasen in heißen, feuchten Gegenden vor- kommen.

Unsere Nase ist sozusagen eine Klimaanlage mit Wellnessfaktor, denn die Atmung durch die Nase erfolgt langsamer als durch den Mund und aktiviert auch den Vagusnerv, den längsten unserer zwölf Hirnnerven. Er wird auch als Entspannungsnerv bezeichnet. Dadurch gelangst du automatisch in deinen Ruhemodus, das parasympathische Nervensystem wird angeregt, worauf ich im Buch noch genauer eingehen werde.  

Weitere Logopädische Übungen finden sich auch hier. 

 

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